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Wenn Sie sich einen Hund anschaffen wollen, sollten Sie sich darüber im klaren sein, daß Hunde soziale Wesen sind und Sie damit ein neues Mitglied in der Familie aufnehmen, für das Sie die nächsten 10 - 15 Jahre sorgen müssen. Dies bedeutet einen erheblichen Zuwachs an Verantwortung!  Bedenken Sie, daß Sie auch am Wochenende früh aufstehen müssen, um Ihren Hund auszuführen.      Bedenken Sie, daß ein Hund weder ein Statussymbol, noch ein Konsumartikel ist, der bei Nichtgefallen umgetauscht werden kann Viele Hunde landen im Tierheim, weil Ihre Besitzer ihrer Verantwortung für das Tier nicht gerecht werden. Bei der Entscheidung einen Hund in der Familie aufzunehmen sollten nur die Liebe und das Verständnis für das Tier zählen.


Weitere Fragen, an die es vor der Anschaffung zu denken gilt:
Denn ist der Hund erstmal da, sollte er auch bleiben. Ein Hund braucht eine Eingewöhnungszeit, ebenfalls hinzu kommen kann:
-  er bellt, weil ihm Geräusche fremd sind oder er jault, wenn man ihn alleine läßt
-  er bekommt durch Futterumstellung in den ersten Tagen Durchfall
-  er ist noch nicht stubenrein
-  er klaut Essen vom Tisch
-  Schwierigkeiten beim Gassi gehen, vor allem bei schlechtem Wetter
-  er versucht sich als Innenarchitekt und knabbert Ihre Möbel an
-  er knabbert Ihre Schuhe an
-  er klaut die Spielsachen Ihrer Kinder
-  er hat Angst vor seiner neuen Umwelt
-  er kennt keine Jogger oder Radfahrer o.ä.

Welpe oder erwachsener Hund?
Ein Welpe ist noch nicht stubenrein, er muß alles erst noch lernen. Ein Welpe braucht viel Zeit und Geduld bei der Erziehung. Ein ausgewachsener Hund wird schneller stubenrein, manchmal ist er es sogar schon. Gerade Hunde, die soviel Leid ertragen haben, sind meistens dankbar über ein schönes Zuhause und eine streichelnde Hand.                                                                                           
                                                

PODENCO‘S

             Bitte schaffen Sie sich keinen Podenco an, ohne sich vorher mit dem ganz besonderen

und auch sehr liebenswerten Wesen dieser Tiere auseinandergesetzt zu haben!

... denn gerade Podenco‘s sind äußerst sensibel und sie leiden sehr unter Besitzerwechseln - und das kommt meist dann vor, wenn das neue Herrchen/Frauchen sich vorher nicht im Klaren über die Eigenschaften eines Podenco‘s war.

Podenco‘s sind vieler Leute (und auch meine) ganz besonderen Lieblinge.

Bevor man sich einen Podenco als Gefährten ins Haus nimmt, sollte man alles vergessen, was man je meinte, über Hund und dessen Erziehung zu wissen. Der Podenco ist anders - ein wilder Urhund mit dem Gemüt eines Engelchens.

Podenco’s jagen “auf Sicht”, bellen wenig und sind fremden Menschen gegenüber eher zurückhaltend und scheu, “ihren” Menschen gegenüber sehr nahe, fürsorglich und außergewöhnlich zärtlich.

Die Podenco Ibicenco kamen von den Balearen auf die Kanaren und sie werden hier zur Jagd auf Kaninchen und Hasen gezüchtet, sowie in dubiosen und tierquälerischen Windhundrennen verheizt, ähnlich wie in Irland. Ebenso erging es den “Perro Galgo”, einem ursprünglich aus Algerien eingeführtem Windhund. Er wird heute “Galgo Espanol” genannt.

 

Podenco’s sind schöne, überaus elegante Hunde,
welche von ihrem Menschen mitunter sehr viel Geduld erfordern!

Podenco’s können (und wollen)

  • schnell und ausdauernd laufen, sie sind die “Araber” unter den Hunden, in Anlehnung an ihre Pferdeartgenossen. Dies gilt selbstverständlich auch für die anderen Windhundrassen.
  • stundenlang in Feld und Wald buddeln, wo sie die Spur von Kaninchen oder Mäusen aufgenommen haben.
  • gerne spielen, hingebungsvoll schmusen, auf dem Sofa oder im Bett liegen, sich ausgiebig pflegen.
  • beschäftigt werden; sie sind ausgesprochen intelligent und lernfähig.                                                                              Podenco’s wollen nicht
  • gegängelt bzw. mit Befehlston und lauter Stimme angesprochen werden.
  • ständig an der kurzen Leine geführt werden.
  • unterbeschäftigt sein.
  • Sie können mit viel Liebe und  u n e n d l i c h e r  Geduld ohne Gekreische á la Hundeplatz zu einer kooperativen Mitarbeit bewegt werden, so lange ihnen keine Kaninchenspur in die Nase kommt. Auch Agility u. ä. macht Spaß, besonders dann ,wenn man seine 3 Lieblingsübungen absolviert hat und zur Freude aller Beteiligten auf dem Platz die Spur aufnimmt nach den tollen Gerüchen und das menschliche Pendant ohne Aussicht auf Erfolg seinem Partner hinterher rennt .... ach ja, Fangen spielen wollen Podenco’s auch !
  •  

    Ist der Hetztrieb einmal aktiviert, dann ist der Hund für jeden Zuruf taub.
    Podenco’s sind deshalb keine pflegeleichten Familienhunde.
    Sie erfordern seitens ihres menschlichen Partners eine gehörige Portion Verständnis

    für ihre jagdlichen Eigenschaften, Freiheitsliebe und Selbstständigkeit.

             Wer gerne stundenlang auf seinen Hund mitten in unwegsamen Gelände wartet,

    • wer stolz ist auf das Selbstbewusstsein seines Podenco’s, wenn dieser auch nach 10maligem Rufen nicht kommt, da er erst seine Arbeit auf der Pirsch nach Mäusen und Kaninchen erledigen muss,
    • wer es liebt, ausdauernd bei Regen, Sonnenschein, Hagel, Sturmwinden mit seinem Podenco abseits der Wege durch das Gelände zu streifen,
    • wer sich unerschrocken mit Jägern, Förstern, Autofahrern und anderen neidischen Zeitgenossen oft verbal, sowie behördlich-formell auseinandersetzt,                                                                                                                für den ist dieser Hund der richtige Partner. Alle anderen sollten sich Hunden zuwenden, die diesen Kriterien nicht entsprechen, da sonst die Frustrationen auf beiden Seiten vorprogrammiert sind.
  • Wer versuchen sollte, den Podenco mit Zwang, Strenge oder Schläge zu “erziehen”
    oder ihm gewaltsam seine Jagdleidenschaft austreiben will,
    wird ihn seiner Seele berauben und ihn innerlich töten
    .
  • Er vergeht sich an diesem Hundewesen und ist zu verabscheuen. Podenco’s, die ein solches Schicksal erdulden, geben sich auf, werden krank und leiden unendlich.

    Ratschläge, diese lauffreudigen und raumgreifenden Hunde nur an der Leine zu führen, sind zu ignorieren, da sie dem großen Bewegungsbedürfnis der Windhunde nicht entsprechen und schlichtweg als Quälerei bezeichnet werden müssen. Als Alternative hierzu eigenen sich sogenannte Jagd- oder Schleppleinen mit einer Länge von 20 bis 40 Metern; sie lassen dem Hund einen gewissen Freiraum, ohne dessen Sicherheit zu gefährden (doch Vorsicht: Auf 20 Metern erreicht ein Podenco gehörig Kraft und Tempo, wenn er bis ans Ende der Leine davonschießt) .

    Auch die Jagd nach dem falschen Hasen auf hiesigen Rennbahnen “just für fun” sind als eine Möglichkeit der genauen Prüfung zu unterwerfen.

    Zur Fütterung: Am besten 2 x täglich. Geeignet sind die gängigen Futtermittel oder noch besser frisch gekochtes Fleisch, Reis, Nudeln und Gemüse zu empfehlen. Manche (um nicht zu sagen die meisten) Podenco’s können sehr wählerisch sein: Sie geben dann zu verstehen, was sie am liebsten mögen.

    Beschäftigung:

    Es gibt sie, die Podenco’s, die ohne Leine spazieren gehen, aber dies ist nicht immer und nicht überall möglich - weniger, als bei anderen “gewöhnlichen” Hunden. Einfach nur so stundenlang “vor sich hin latschen” funktioniert in der Regel nicht, irgendwann wird man dann feststellen, dass man alleine ist und verlassen wurde .... und 100 %ige Sicherheit, dass der Hund nicht doch versucht, seine eigenen Wege geht, die hat man nie. In der ersten Zeit sollte man auf gar keinen Fall im Gelände ableinen, ohne vorher ein gutes Schleppleinentraining bzw. Abruftraining mitgemacht und vor allen Dingen eine gute Beziehung zu seinem Podenco aufgebaut zu haben. Eine Konditionierung auf eine Hundepfeife hat sich oft von Vorteil erwiesen.

    Bei einem Spaziergang sollte man immer wieder zwischendurch seinen Podenco “beschäftigen”, auch das will natürlich erst gelernt sein, sich Spiele ausdenken und sie umsetzen, den Hund zum Mitmachen motivieren. Beliebt sind immer wieder die “ich-versteck-mich-such-mich”-Spiele (hinter einem Baum, Strohrundballen, alles, was eben gefahrlos möglich ist) oder hin und wieder plötzliche Richtungswechsel und in z. B. entgegengesetzter Richtung weitergehen, wobei der Hund jedes Mal ganz besonders gelobt wird, wenn er dabei aufpasst, mit zurückläuft oder sein Herrchen/Frauchen sucht. Stöckchen-Werfspiele und Zerrspiele sowie gerade das Herumtoben mit anderen Hunden sind ebenfalls sehr beliebt, Löcher buddeln, das macht jeder Podenco gerne.

    Podenco’s haben von sich aus eine schnellere Gangart, also kann und sollte man sich durchaus flott und zügig mit ihm bewegen - Pausen und Spiele ausgenommen. Und besonders wichtig: An unübersichtlichen Stellen lieber einmal mehr anleinen als zu wenig.

    Vorausschauend und aufmerksam mit offenen Augen für evtl. “jagdbares Wild” oder sonstige Gefährdungen (Stacheldraht, Straßenverkehr etc.!) sollte so ein Spaziergang immer sein.

    Wie schon gesagt, alles muss aber erst mal erlernt werden, der Podenco weiß nicht von Anfang an, was sie von ihm erwarten. Oft kann man seinen Podenco mehr durch eine freudig-lobende Stimme und “Streicheln” als durch Leckerchen loben - auch bei Leckerchen sind sie halt sehr wählerisch.

    Und: Ein Podenco hat eben nicht immer zu allem Lust, er hat “seinen eigenen Kopf”. Bitte lassen Sie sich hierdurch nicht entmutigen, ihm immer wieder “Spiele” vorzustellen, denn auch das richtige “Spiel” will erst herausgefunden werden.

    Seien Sie bitte nicht “beleidigt” oder “enttäuscht”, wenn Ihr Podenco einfach keine Lust hat und etwas nicht mitmacht und lassen Sie sich durch das Reden anderer (vor allen Dingen anderer Hundehalter) schon gar nicht verunsichern, Ihr Podenco ist eben anders als andere Hunde und Sie sind stolz auf ihn, so selbstbewusst und eigenständig er eben ist!!