Aus aktuellem Anlass möchten wir die neuen Hundeeltern nochmals eindringlich bitten  in den ersten Monaten mit dem neuen vierbeinigen Familienmitglied
nicht zu früh die Leinensicherung aufzugeben.


Sie müssen bedenken, dass unsere ehemaligen Schützlinge bei ihrer Pflegemami auf Lanzarote zwar viel Liebe und Fürsorge erfahren, aber natürlich mit sehr vielen Alltagssituationen wie man sie in Österreich, Deutschland und der Schweiz vorfindet noch nie konfrontiert wurden. Unsere Rettungsstation befindet sich ja im ruhigen Hinterland der Insel, sodass unseren Fellnasen unterschiedlichste Lärmquellen oder viele Tierarten völlig unbekannt sind.

Da kann es schon passieren, dass ein Eichhörnchen, eine Katze, eine Kuh, ein lautes Hupen, Sirenen, ein fremder Artgenosse oder was auch immer das Tier entweder so neugierig macht, dass es hinsaust oder auch panische Angst auslöst und der Fluchtinstinkt einsetzt.

Beide Situationen können für die Fellnase mit schweren Verletzungen oder tödlich enden, denn in unseren dicht besiedelten Gebieten gibt es kaum eine Gegend wo keine Straße verläuft und jedes Jahr werden viele hunderte Tiere totgefahren.

 

Unfall1

Unfall2

Nicht zu unterschätzen ist auch der Umstand, dass gerade sehr kleine Hunde von großen Hunden als Jagdbeute gesehen werden (solche Szenen sieht man auch immer wieder in größeren Hundefreilaufzonen).

Neuerdings haben sich auch die bei vielen Menschen immer beliebter werdenden Drohnen als Gefahr für noch unsichere Hunde dargestellt. Diese oft mit summenden Geräuschen verbundenen Flugobjekte lösen auch bei selbstsicheren Hunden Ängste und manchmal Fluchtinstinkte aus.

Wenn der Hund vor Angst panisch flüchtet kann es - gerade in den ersten Monaten - auch passieren, dass er nicht mehr zurückfindet und hilflos herumirrt. Viele Tiere verschwinden für immer oder werden tot aufgefunden.

Das Aufbauen einer festen Bindung zum neuen Frauchen oder Herrchen bzw. das Gewöhnen an Dinge die in unseren Städten oder Dörfern vorzufinden sind dauert viele viele Monate. In neuen unbekannten Situationen zeigt sich oft noch nach längerer Zeit, dass der Vierbeiner eher flüchten möchte, da er sich bei der neuen Familie noch nicht zu 100% angekommen fühlt.
Und genau das ist so gefährlich.

Wir können verstehen wie groß die Freude ist, wenn man seinem Hund zusehen kann wenn er unangeleint tobt und abrufbar ist. In Normalsituationen wird das auch relativ früh klappen, aber es gibt so viel Unvorhersehbares.

Natürlich wissen wir, dass immer etwas passieren kann, aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund in Panik gerät und die Flucht ergreift sinkt im Lauf der Zeit. 

Wir bitten Sie (Euch) nochmals ganz eindringlich nicht zu früh auf die Leine zu verzichten und wenn, dann
bitte NUR IN EINGEZÄUNTEN BEREICHEN.